FEUERWEHRHISTORISCHE SAMMLUNG RÖMHILD

In Römhild wurde eine Freiwillige Feuerwehr nachweislich bereits 1855 gegründet. Im örtlichen Archiv ist überraschend vieles aus der Zeit ab 1680 bis heute über das Feuerlöschwesen vorhanden. Vor 1989 war es zwar manchmal nicht ganz so einfach, Unterlagen aus Archiven zu bekommen, aber seit 1990 gibt es dabei keinerlei Probleme mehr. Eine erste Ausstellung hatte man bereits 1955 zur 100-Jahr-Feier organisiert. Aus den verschiedensten Gründen zerfiel aber diese Sammlung wieder. Nach einer Ausstellung zur 125-Jahr-Feier 1980 kam dann der Gedanke das wieder Zusammengetragene zu erhalten, um für zukünftige Ausstellungen eine Grundlage zu haben. In der damaligen DDR gab es kaum Vorbilder für Feuerwehrmuseen, außer dem Museum in Dresden, und auch die maßgeblichen Stellen der Feuerwehr waren nicht besonders über die Beschäftigung mit der Geschichte der Feuerwehr erfreut. Es passte ganz einfach nicht in das damals gängige Geschichtsbild mit den "revolutionären Traditionen der Arbeiterklasse". In diesen Jahren gab es aber schon in der ganzen DDR Kameraden, die sich mit der Feuerwehrgeschichte beschäftigten, und durch Zufälle kamen auch Verbindungen zu solchen Kameraden zustande, ganz besonders zur damaligen "1. Arbeitsgemeinschaft Feuerwehrhistorik" in Grethen/ Sachsen. Durch dieses Beispiel bildeten sich eine ganze Reihe AGs und auch in Römhild kam es 1986 zur Gründung einer solchen Arbeitsgemeinschaft. Da die Hauptabteilung Feuerwehr im Ministerium des Innern mit den Feuerwehrhistorikern nichts im Sinne hatte, erklärte sich dann der Kulturbund der DDR bereit, als Dachverband aufzutreten und hat die AG auch aktiv unterstützt. In der Zeit von 1984 bis 1986 bauten sich die Kameraden in Eigenleistung in Römhild ein neues Gerätehaus. Die für diese Arbeit interessierte damalige Bürgermeisterin ermöglichte, das alte Gerätehaus für die historische Arbeit weiter zu nutzen und versetzte die Kameradinnen und Kameraden in die Lage, alles bis dahin Zusammengetragene ordnungsgemäß unterzubringen und dort auch Geräte zu restaurieren. Mit der politischen Wende 1989/90 wurde es möglich die 1938 aufgelösten Vereine und Verbände der Feuerwehren wieder zu bilden und die Feuerwehrhistoriker konnten sich nun wieder dort organisieren, wo sie auch hingehören, im Feuerwehrverband. Zur 135-Jahr-Feier 1990 baute man im neuen Gerätehaus im Dachgeschoß in Eigenleistung Ausstellungsräume aus, und 1995 stellte die Stadt Römhild ein Gebäude neben dem Gerätehaus zur Verfügung, das Schritt für Schritt hergerichtet wurde und noch heute weiter ausgebaut wird. Auf rund 350 m² werden Zeugnisse zur Geschichte des Feuerlöschwesens aus dem südwestlichen Raum Thüringens dargestellt. Besonderer Schwerpunkt wurde dabei auf die Region im ehemaligen Herzogtum Sachsen-Meiningen seit der Zeit um 1850 bis zum heutigen Tage gelegt. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Sammeln von Geräten und Ausrüstungsgegenständen aus der Zeit der DDR geworden. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Umrüstung der Feuerwehren so schnell erfolgt, ist einmal Versäumtes kaum wieder aufholbar. Besuche sind, nach Anmeldung, zu jeder Zeit auch mit einer Führung möglich. Auch kurzfristiger Besuch ist immer Willkommen. Der Eintritt ist frei. Kleine Spenden zur Erhaltung der Sammlung werden dankbar angenommen. Alle in der Sammlung gezeigten Ausstellungsstücke stammen aus der Region um Römhild. Sie sind teilweise restauriert. Alle Fahrzeuge und Anhängegeräte sind fahrbereit. Vorführungen bei besonderen Anlässen sind jederzeit möglich. Die Sammlung wird ständig mit Exponaten erweitert, die zur jetzigen Sammlung passen. Man freut sich in Römhild über jedes Stück, das neu eingeführt wird.